Einladungskarte zur Folker Skulima Preisverleihung an Jakob Mattner

Folker Skulima Preis für das künstlerische Lebenswerk an Jakob Mattner

12. Dezember 2019 | 18:00 Uhr | Grisebach | Fasanenstr. 27 | 10719 Berlin

  • Diandra Donecker, Geschäftsführerin Grisebach, wird uns begrüßen.
  • Peter Raues Rede wird den Freund und Künstler feiern.
  • Hubertus von Amelunxen hält die Laudatio.
  • Folker Skulima verleiht den Preis an Jakob Mattner

Liebe Freundinnen und Freunde, 

gern laden wir Sie und Euch zur Verleihung des Folker Skulima Preises und zur Eröffnung der Ausstellung ein. Der erste Preisträger ist Jakob Mattner (*1946). Der Preis ist mit 20.000€ dotiert. Die Ausstellung läuft bis zum 31. Januar 2020.

Ausgebildet als Bildhauer an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste Berlin (1967-1972) hat Jakob Mattner konsequent und radikal einen eigenen Weg der Kunst beschritten. Gefördert durch Stipendien und Preise in Italien und Frankreich (Villa Serpentara in Olevano, DAAD in Rom, Villa Romana in Florenz, Cité Internationale des Arts in Paris) und in bewusstem Alleingang entwickelt sich sein zeichnerisches, malerisches und skulpturales Werk in den Übergängen von Licht und Dunkel. Frühe Raum- und Licht-Erlebnisse in den Kirchen Lübecks oder der Kathedrale von Bologna, das chiaroscuro Caravaggios, die Ikonizität von Malevich oder die Licht-Dynamik von Moholy-Nagy, der nachrevolutionäre Konstruktivismus bis hin zu den einfachen Mitteln der Arte Povera haben ihn beeinflusst – in seiner eigenen Kunst hat Jakob Mattner sich einen singulären, existentiellen und künstlerischen Freiraum geschaffen, den Freiraum einer fortgesetzten Avantgarde. Einzigartig hat er seit den 70er Jahren ein photo-poetisches Phänomen entwickelt, ohne je zum Medium Photographie zu greifen. Ohne Apparatur ist sein Werk gegen das System der Apparaturen gestellt. Seine Malereien schütten das Licht zu nie erblickten Landschaften, seine Helios-Negative und die Lichtskulpturen haben ephemere Räume geschaffen, nicht reproduzierbare Innenräume einer camera obscura, die Enkaustik, Wachsarbeiten auf Papier, erfüllen und verdichten historische Räume möglicher Erinnerungen. Lange vor der Überschwemmung der Welt mit digitalen Bildern hat Jakob Mattner die ephemere Erscheinung gegen die Materialität und für eine Poetisierung der Welt als der eigentlichen Realität gesetzt. Pontus Hultén schrieb über das Werk von Jakob Mattner, es sei vom Geheimnis der Perspektive geprägt, erforscht und gehoben durch die Mittel des Lichtes. Im Blick zur Sonne zeigte er in mehreren Ausstellungen die Überlagerungen der Forschung von Astrophysikern des Einsteinturms in Potsdam und der künstlerischen Neugierde. Für das Internationale Literaturfestival Berlin schafft er seit 2001 die Licht-Bühnen als optische Echo-Räume für die Lesungen. Das Werk von Jakob Mattner ist in Europa, Russland, den USA und Südamerika ausgestellt worden, der Künstler lebt in Berlin.

„Wenn sich unsere Kunststiftung bemüht, kulturelle Bildung einem Publikum nahezubringen, sollte der jährliche Preisträger eine Künstlerpersönlichkeit sein. Sein engagiertes Wirken in die Gesellschaft hinein, der Elan, der bei Jakob Mattner fünf Jahrzehnte sein Schaffen bestimmt, ist gefragt! Ihn auszeichnen zu dürfen, macht uns glücklich! Geben wir doch, um zu erhalten!“ sagt der Stifter Folker Skulima.

Herzliche Grüße 

Folker Skulima und Silke Ramelow